Ein Kunde aus Österreich hatte sich eigentlich schon festgelegt. Eine Patek Philippe Nautilus 5711/1A in Stahl mit weißem Zifferblatt, die Uhr, die in den letzten Jahren so ziemlich jeder wollte. Dann kam er noch einmal auf uns zu und fragte, ob es in derselben Größenordnung etwas gibt, das seltener ist. Vier Tage später hatte er eine Audemars Piguet Royal Oak Quantième Perpétuel in Gelbgold am Handgelenk, Referenz 25654BA.
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Die Anfrage
Der Kunde, ein Sammler aus Österreich, kam mit der 5711 im Kopf zu uns. Nachvollziehbar, seit dem Produktionsende ist sie die meistgesuchte Stahl-Sportuhr überhaupt. Im Gespräch wurde dann klar, dass ihn genau das störte. Er wollte ein Stück, das ihm nicht alle vier Wochen auf einem fremden Handgelenk begegnet, und er wollte eine Komplikation im Gehäuse. Am Budget lag es nicht, der Rahmen war in beiden Fällen ähnlich. Wir haben ihm die Royal Oak mit ewigem Kalender vorgeschlagen, die Gelbgold-Ausführung aus den späten Achtzigern. Er hat eine Nacht darüber geschlafen und dann zugesagt, mit einer klaren Vorgabe: Innerhalb der Woche sollte die Uhr bei ihm sein.
Die Suche
Die 25654 wurde über ihre gesamte Laufzeit in rund 850 Exemplaren gebaut, verteilt auf Stahl, Gelbgold, Platin und einige Sonderkombinationen. Auf Gelbgold entfallen davon gut 400 Stück. Solche Uhren liegen seit Jahrzehnten in festen Sammlungen und tauchen kaum in offenen Inseraten auf. Wir haben die Suche deshalb über unser Händlernetz geführt und gezielt Sammler angesprochen, bei denen Vintage-Audemars-Piguet ein Thema ist. Nach zwei Tagen hatten wir ein Exemplar an der Hand, bei dem Zustand und Papierlage zusammenpassten.
Bei einer Uhr aus den Achtzigern zahlst du für den Zustand des Gehäuses. Die Referenz allein sagt noch wenig.
Der MWB-CHECK
Bei einer Royal Oak aus dieser Zeit ist der plumpe Nachbau selten das Problem. Gefährlicher sind Uhren, die zu Tode restauriert wurden. Eine Royal Oak lebt von ihren Kanten, von der achteckigen Lünette und den Übergängen zwischen gebürsteten Flächen und polierten Fasen an Gehäuse und Bandgliedern. Wer so ein Gehäuse ein paarmal durch die Politur schickt, rundet genau das ab, und danach stimmen die Proportionen nie wieder. Wir schauen deshalb zuerst auf die Geometrie und gleichen sie mit unpolierten Referenzstücken ab. Der zweite Punkt ist das Zifferblatt. Nachlackierte Blätter sind bei Vintage-AP ein bekanntes Thema, erkennbar am Druckbild der Beschriftung und an den Rändern der Kalender-Ausschnitte. Dazu kommt das Werk, ein Kaliber 2120/2800 mit dem Kalender-Modul unter dem Zifferblatt. Wir lassen den ewigen Kalender einmal komplett durchlaufen und kontrollieren, ob Tag, Datum, Monat und Mondphase gemeinsam und sauber schalten. Weil diese Referenz keine Schaltjahres-Anzeige auf dem Blatt trägt, lässt sich die Schaltjahr-Position nur über die Einstellung prüfen. Das wird beim Ankauf gern übersehen. Am Ende stehen die Goldpunze, der Zustand des Bandes und ein Archivauszug von Audemars Piguet, der Referenz und Auslieferung bestätigt.
Die Übergabe
Übergeben haben wir in Österreich. Der Kunde hat die Uhr erst einmal auf den Tisch gelegt und lange auf das Gehäuse geschaut, bevor er sie angelegt hat. Gelbgold aus den Neunzigern trägt sich anders als eine aktuelle Stahl-Sportuhr, flacher und ruhiger am Arm, mit 39 Millimetern spürbar zurückhaltender als die meisten Modelle von heute. Vier Tage nach seiner Rückfrage.
Was diese Uhr besonders macht
Die 25654 ist die zweite Generation der Royal Oak mit ewigem Kalender, ab 1987 gebaut. Im Inneren arbeitet das Kaliber 2120/2800, und darin liegt der eigentliche Grund, warum diese Uhr für Sammler zählt. Audemars Piguet hat auf das flache Basiskaliber 2120 ein Kalender-Modul von Dubois Dépraz gesetzt und kam so auf 3,95 Millimeter Werkshöhe. Das war damals der flachste automatische ewige Kalender überhaupt, und der Rekord hat lange gehalten. Weil das Werk den Vierjahres-Zyklus mechanisch mitrechnet, kommt das Zifferblatt ohne Schaltjahres-Anzeige aus. Das gibt ihm eine Ruhe, die spätere Modelle mit vollem Anzeigenprogramm nicht mehr haben. Das Gehäuse misst 39 Millimeter, ist dreiteilig aufgebaut und hat einen Saphirboden, gegenüber dem Monocoque-Gehäuse des Vorgängers 25554 ein echter Fortschritt bei der Dichtigkeit. Und dann der Punkt, der diesen Kunden überzeugt hat: Wo die 5711 über fünfzehn Jahre in großer Zahl gebaut wurde, sind es hier ein paar hundert Uhren.
Wenn du gerade zwischen der naheliegenden Wahl und etwas Selteneren stehst, lohnt sich das Gespräch vorher. Oft liegt in derselben Preisklasse ein Stück mit deutlich kleinerer Auflage, das nur niemand offen anbietet. Wir suchen solche Referenzen über unser Netz, prüfen sie im MWB-CHECK und liefern auch außerhalb Deutschlands. Geprüfte Audemars-Piguet-Modelle im Bestand findest du bei uns, und für eine gezielte Wunschuhr genügt eine kurze Anfrage über unsere Uhren-Beschaffung.
